08.10.2015 Pokalturnier mit unsportlichem Beigeschmack

Weilheimer Herren im Finale gegen Bayernligisten - 23:38 Niederlage gegen Unterhaching

Einen Auftritt eines Handball-Bayernligisten im Landkreis gibt es auch nicht alle Tage. In der zweiten Pokalrunde, die in der Weilheimer Hardtschul-Halle ausgetragen wurde, war dies der Fall. Im Viererfeld war der TSV Unterhaching vertreten, der aktuelle Achte. Die Hachinger wurden dabei ihrer Favoritenrolle gerecht. Nach dem 32:22 (15:11) Halbfinalsieg gegen den Landesligisten HSG Würm-Mitte besiegten sie im Finale die gastgebenden Weilheimer Herren mit 38:23 (22:11). „Die Jungs haben sich ordentlich geschlagen“, urteilte Weilheims Coach Carsten Rösler, der gegen den haushohen Favoriten aufgrund des Ausfalls von fünf Stammkräften, eine verstärkte A-Jugend ins Rennen schickte. „Trotzdem war das eine ganz ansehnliche Begegnung. Jetzt haben die Burschen gesehen, wie schnell es in der Bayernliga zugeht“, freute er sich über den Anschauungsunterricht für seine Mannschaft, die von Beginn an auf verlorenem Posten war. „Die Abwehr hat ganz gut dagegen gehalten und auch unser drei Torhüter konnten sich auszeichnen“, urteilte Rösler, wobei die ebenfalls ersatzgeschwächten Hachinger angesichts ihrer Überlegenheit auch nicht Vollgas gaben. „Die haben das ganz entspannt runtergespielt“, meinte Rösler.

Nicht ganz so entspannt ging es davor beim Weilheimer Halbfinale gegen den SV Bruckmühl zu. Gegen den Bezirksoberligisten aus dem Nachbarbezirk Oberbayern erwischten die Weilheimer den deutlich besseren Start. Nicht zuletzt aufgrund der Treffer von Nachwuchsmann Max Osthöver erarbeiteten sich die Hausherren in der ersten Hälfte zwischenzeitlich eine Fünf-Tore Führung. Die hielt mit deutlichen Schwankungen fast bis zur Mitte des zweiten Durchgangs. Dann ging der kleinen TSV-Truppe, die nur über zwei Auswechselspieler verfügten, zunehmend die Luft und damit auch die Konzentration beim Abschluss aus. Bruckmühl kam so stetig näher und beim 22:23 (56.) zogen sie auch erstmals vorbei. Die Gäste, die offensichtlich nicht ins Finale gegen Unterhaching kommen wollten, stellten danach aber den Betrieb mehr oder weniger an. Unrühmlicher Höhepunkt war dann die Aktion des SV-Torhüters, der in der Schlussminute einen Wurf von Timo Weinmann ohne Gegenwehr zum 24:23 (13:10) Sieg der Weilheimer passieren ließ. „So etwas ist unsportlich“, konnte sich Rösler danach über den Erfolg nicht richtig freuen. Erst die ordentliche „Testpartie“ gegen Haching versöhnte ihn dann wieder halbwegs.

Weilheimer Spieler und Tore gegen Bruckmühl: Lukas Schwendele (10), Max Osthöver (5), Matthias König, Timo Weinmann, Moritz Krause (je 2), Niklas Korinth (1), Lorenz Pröll (1/1), Alex Faust; gegen Unterhaching: Korinth (6), Schwendele, Osthöver (je 4), Pröll, Krause (je 3), Weinmann (2), Faust (1), König. Tor: Andreas Böhm, Benedikt Blacek, Fabian Schnabel.

R.Halmel, 6.10.15