21.12.2018 H1: Nerven aus Drahtseilen

Weilheimer Herren holen Sechs-Tore Rückstand auf - Ausgleich zum 25:25 gegen Unterpfaffenhofen per Strafwurf in letzter Sekunde

Die Serie der stetig abwechselnden Siege und Niederlagen bei den Weilheimer Handball-Herren ist zu Ende. In einer hoch dramatischen Partie trennten sich die TSV-Männer vom SC Unterpfaffenhofen-Germering unentschieden. Nach einem Sechs-Tore Rückstand Anfangs der zweiten Hälfte durften sich die Weilheimer beim 25:25 (10:11)-Remis aber letztlich wie die Sieger fühlen. Entsprechend ausgelassen feierten die Mannen von Trainer Niko Jovanovic den mehr als hart erkämpften und lange Zeit auch nicht mehr für möglich gehaltenen Punkt gegen den Tabellenzweiten. Die langen Gesichter bei den SCU-Männern beim Abklatschen mit dem Gegner nach Spielschluss sprachen gleichzeitig Bände. „Ich denke das Ergebnis ist gerecht“, urteilte Jovanovic, der seinem Team eine kämpferisch starke Leistung bescheinigte, „Damit bin ich sehr zufrieden“, ergänzte Jovanovic, der aber einmal mehr mit den immer wieder auftretenden Abschlussproblemen haderte. „Wir waren oft zu überhastet und haben zu wenig getroffen“, bedauerte der TSV-Coach, der wie die Zuschauer fast sieben Minuten auf den ersten Treffer warten musste.

Das lag zum einen an der starken Weilheimer Abwehr und der schlechten Visiereinstellung der Hausherren. „Der SCU bekam keine Chancen und wir haben unsere nicht genutzt“, erklärte Jovanovic, ehe der Knoten platzte und der TSV eine Zwei-Tore Führung vorlegte. Die hatte aber nicht lange Bestand, weil die Weilheimer in der Folge zahlreiche gute Möglichkeiten ausließen. Die Gäste brachten so eine kleine Führung in die Kabine. Die wuchs nach dem Wechsel schnell an, weil die Hausherren den Start in die zweite Hälfte komplett verschliefen. Ehe sie sich versahen lagen sie mit sechs Toren hinten, nicht zuletzt weil ihnen Alex Hartl vier Kontertore einschenkte. Erst nach einer Strafzeit gegen Hartl fanden die Weilheimer langsam ins Spiel zurück. Bei einer doppelten Überzahl schafften sie beim 20:21 (50.) auch wieder den Anschluss. Wenig später gelang Nico Beinlich per Siebenmeter der Ausgleich. Den vermeintlichen Führungstreffer von Philipp Bauer pfiffen die Unparteiischen danach ab. Stattdessen zogen die Gäste wieder mit zwei Toren davon. In den verbleibenden und an Spannung nicht mehr zu überbietenden 47 Sekunden Restspielzeit verdarben die Weilheimer dem SCU die Siegesfeier. Lukas Schwendele markierte den Anschluss. Auf der Gegenseite vergaben die Gäste einen Siebenmeter. Beinlich zeigte dagegen Nerven aus Drahtseile. Elf Sekunden vor der Sirene versenkte er auch seinen vierten Strafwurf und machte damit das Remis gegen den Dritten perfekt.

Spieler und Tore: Nico Beinlich (6/4), Josef Rohmer (4), Philipp Bauer (4/4), Lukas Schwendele (3), Lorenz Isert, Florian Theimer, Timo Weinmann, Adrian Rangnick (je 2), Korbinian Wimmer, Andreas Kunz, Matthias Weid; Tor: Andreas Böhm, Benedikt Blacek.


R.Halmel, 18.12.18