28.02.2019 H1: Wahnsinnige Aufholjagd

Weilheimer Herren drehen nach Neun-Tore Rückstand die Partie in Kaufbeuren in 30:29 Sieg

Was für eine Energieleistung und was für eine Aufholjagd. Die Weilheimer Handball-Herren lagen bei der SG Kaufbeuren/Neugablonz Anfang der zweiten Hälfte bereits mit neun Toren hinten, um am Ende doch noch mit 30:29 (9:17) als Sieger vom Platz zu gehen. „Das war der Wahnsinn“, strahlte Co-Trainer Markus Haugg, der den beruflich verhinderten Coach Niko Jovanovic beim Tabellennachbarn vertrat. „Wie das gegangen ist kann ich mir auch nicht recht erklären“, wunderte sich Haugg, dass die Weilheimer nach der Pause wie entfesselt aufspielen und so noch zwei wichtige Punkte im Abstiegskampf verbuchten.

Nach einem ausgeglichenen Start begannen nach dem 4:4 (12.) die Probleme bei den Gästen. „Wir sind nicht an die Gegenspieler ran gekommen“, ärgerte sich Haugg über die löchrige Abwehr. Kaufbeuren kam so immer wieder durch Anspiele an den Kreis zu Torerfolgen. Zudem versenkten die Hausherren ihre Strafwürfe, bis zur Pause waren es bereits fünf, sehr sicher. Im gleichen Maße wie die Defensive ließ in der Folge auch die Weilheimer Offensive zu wünschen übrig. Der Rückstand auf die körperlich robusten Allgäuer wuchs so bis zum Wechsel bereits auf bedrohliche acht Tore an.

Zu Beginn der zweiten Hälfte wurde es nicht besser. Bis zum 11:20 (34.) dominierte die SG klar das Geschehen. Der anschließende Dreierpack der Weilheimer schien aus Sicht der Hausherren nur ein Betriebsunfall. Doch die TSV-Herren, die jetzt defensiver verteidigten, leckten plötzlich Blut. Während sich die Kaufbeurer einige einfache Fehler und unnötige Strafzeiten leisteten, starteten die Weilheimer eine Aufholjagd. Lukas Schwendele, Nico Beinlich und Philipp Bauer, der bei Strafwürfen Nerven aus Stahl bewies, trafen fast nach Belieben und brachten die Gäste beim 21:24 (46.) auf Schlagdistanz heran. Den Vorsprung hielten die Hausherren dann einige Minuten konstant, ehe die ersatzgeschwächten TSV-Männer in den Schlussphase die zweite Luft bekamen. Mit jeden Treffer bewegte sich das Momentum mehr in Richtung der Weilheimer, die beim 27:27 (57.) erstmals wieder gleich zogen. Zwei weitere Tore, der ungewohnt treffsicheren Gäste, darunter einer von Nachwuchsmann Korbi Wimmer, bescherten den Weilheimern danach eine Zwei-Tore Führung. Bei den immer nervöser werdenden Hausherren klappte dagegen nicht mehr viel. Auch durch eine offene Manndeckung ließ sich der TSV nicht mehr ausbremsen. Der SG-Anschlusstreffer vier Sekunden vor dem Ende kam zu spät, um den Weilheimer Sieg noch zu verhindern.

Spieler und Tore: Lukas Schwendele (7/1), Philipp Bauer (7/5), Nico Beinlich (6), Adrian Rangnick, Josef Rohmer (je 2), Max Osthöver (3), Korbinian Wimmer, Lorenz Isert, Florian Theimer (je 1), Timo Weinmann; Tor: Benedikt Blacek, Alex Porst.

R.Halmel, 26.2.19